Forschung am Puls der Zeit: Bedürfnisse von technikaffinen Generation-Y-Fachkräften

Der Fachkräftemangel hat die Schweiz längst erreicht und stellt für viele Unternehmen eine grosse Herausforderung dar. Dies insbesondere in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Das technische Wissen dieser Berufsgruppen ist für die exportorientierte Schweizer Volkswirtschaft zentral. Allein durch die Migration von qualifizierten Fachkräften wird sich die Lücke nicht schliessen können. Als Reaktion darauf wurden bereits grosse landesweite und regionale Kampagnen gestartet, um mehr Jugendliche für Lehrstellen und Studiengänge im MINT-Bereich zu begeistern (z.B. http://mint.educa.ch/de, http://it-dreamjobs.ch/, http://www.tecmania.ch).

Lehrlinge an der DrehbankDer Fachkräftemangel im MINT-Bereich zieht aber auch Konsequenzen für die Unternehmen mit sich: Arbeitgeber, welche die auf dem Markt knappen technikaffinen Spezialisten und Lernende für sich gewinnen möchte, müssen verstärkt auf sich aufmerksam machen. Doch was muss ein Unternehmen konkret bieten, damit es für junge MINT-Fachkräfte attraktiv ist? Gemäss einer Studie des Bundesamts für Statistik sind für MINT-Hochschulabsolventen das Arbeitsklima, der Einsatz der fachlichen Qualifikationen sowie persönliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten die relevantesten Faktoren bei der Stellensuche.

Nebst den berufsgruppenspezifischen Bedürfnissen wird aktuell auch viel über die neuartigen und hohen Erwartungen der Generation Y in Hinblick auf die Wahl des Arbeitgebers, auf die Arbeits- und Lebenszufriedenheit sowie auf die berufliche Entwicklung diskutiert. In der Literatur fallen Begriffe wie persönliche Weiterentwicklung, individuelle Karriereentwicklung, Feedbackkultur, Flexibilität, sinnvolle und spannende Tätigkeit und Work Life Balance. Welche Implikationen ergeben sich daraus konkret für die Arbeitgeber?

  • Die Generation Y ist mit dem Internet und Smartphone aufgewachsen. Eine moderne Arbeitsplatzgestaltung und der Einsatz von neuen Technologien sind bereits bei der Rekrutierung (z.B. Apps) ein Muss.
  • Junge Arbeitnehmende möchten sich persönlich stets weiterentwickeln und fordern daher kontinuierlich Feedback ein. Eine ausgeprägte Feedbackkultur sollte etabliert sein.
  • Starre Laufbahnmodelle müssen individuellen Karriereplänen Platz machen.
  • Mit flexiblen Arbeitszeiten und der Ermöglichung einer ausgeprägten Work Life Balance können junge Fachkräfte und insbesondere auch Frauen angezogen werden, welche zurzeit vergleichsweise wenig in MINT-Berufen tätig sind.

Wie die Ansprüche der MINT-Branche und die Erwartungen der Generation Y genau zusammenspielen wird derzeit im Rahmen eines von der Kommission für Technik und Innovation des Bundes (KTI) finanzierten Projektes untersucht. Ein Forschungsteam aus Mitarbeitenden der Hochschule Luzern, der Berner Fachhochschule sowie von Avenir Consulting als Umsetzungspartner beschäftigt sich darin mit den spezifischen Bedürfnissen von MINT-Fachkräften der Generation Y. Sie erarbeiten grundlegende Erkenntnisse sowie konkrete Umsetzungsvorschläge für Arbeitgeber, um junge MINT-Fachkräfte gezielt anzusprechen, zu gewinnen, zu halten und zu führen. Erste Ergebnisse werden gegen Ende des Jahres erwartet: Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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