Junge Chefs und alte Mitarbeitende – Wo soll denn das nur hinführen?

beratungsgespräch
Der Trend zur gesellschaftlichen Überalterung ist zwar seit langem in aller Munde (das Problem besteht seit den 70er-Jahren) – auch in der Unternehmenswelt; doch haben die Schweizer Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht? Pflegen sie einen altersgerechten Umgang mit der Belegschaft? Können sie entstehende Herausforderungen in der Führung meistern?

Ab dem kommenden Jahr zeichnet sich für den Arbeitsmarkt ein Rückgang der verfügbaren Arbeitskräfte ab: Erstmals werden mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt austreten als neue eintreten.

UnbenanntQuelle: Bundesamt für Statistik BFS (2010) – Bevölkerungswachstum in den wichtigsten Altersklassen 2010 – 2060

Wie aus der Grafik ersichtlich wird, wird sich der Anteil an Personen über 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung bis 2060 eindeutig erhöhen. Selbst in einem tiefen Szenario wird ihr Anteil am Ende des Betrachtungszeitraums bei 28 Prozent liegen (zum Vergleich: 2012 lag ihr Anteil bei 17.4 Prozent ).

Es stellt sich die Frage: Wie müssen Unternehmen – und dabei insbesondere das Management – sich für diese Szenarien wappnen? Die künftige Situation im Arbeitsmarkt wird unter anderem dazu führen, dass immer mehr junge Mitarbeitende leitende Positionen übernehmen – und dann schlagartig ein Team führen sollen, dessen Mitglieder zehn oder mehr Jahre älter sind, als sie selbst. Für junge Vorgesetzte ist es nicht immer einfach, mit älteren Mitarbeitenden zurechtzukommen. Und umgekehrt fällt es älteren Mitarbeitenden manchmal nicht leicht, zu akzeptieren, dass ihr Vorgesetzter um einiges jünger ist. Das bringt Konfliktpotenzial und zusätzliche Herausforderungen für die Führung mit sich. Wie können jüngere Chefs diese Herausforderungen meistern?

Verschiedene Untersuchungen zu diesem Thema bringen folgende Tipps für jüngere Chefs hervor:

  • Bevormunden Sie ihre älteren Mitarbeitenden nicht – Zeigen Sie Respekt und Bereitschaft zur Kooperation (Arbeitsmethoden, Gesprächsbereitschaft und Teamorientierung) und entwickeln Sie einen kooperativen Führungsstil.
  • Üben Sie sich in Geduld – Häufig benötigen ältere Mitarbeitende etwas mehr Zeit, um sich an Veränderungen zu gewöhnen. Eine effektive Führungskraft nimmt sich mehr Zeit für Erklärungen und für den Austausch, um so mit Ängsten und Widerständen umgehen zu können und diese schliesslich zu lösen.
  • Fassen Sie sich zuerst an die eigene Nase – Das eigene Verhalten ist oftmals stark von der eigenen Haltung geprägt. Verbinden die jüngeren Chefs selbst negative Gefühle mit dem Altwerden, so werden sie diese allenfalls auf ihre ältere Belegschaft projizieren. Versuchen Sie, eine positive Einstellung zu entwickeln, denn Alter ist schliesslich immer Ansichtssache und das Sprichwort «Man ist so alt, wie man sich fühlt» kommt nicht von irgendwoher.

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