Fragen an eine Vertreterin der Generation Y

Gen_Y

Sie gilt als sehr selbstbewusst, und anspruchsvoll: Die in den Achtzigern und Neunzigern geborene Generation Y strömt seit einigen Jahren in die Unternehmen. Im Kampf um die talentierten Jungen müssen sich Firmen etwas einfallen lassen. Neda Golafchan ist eine Vertreterin der Ypsiloner.  employerbranding-blog.ch hat mit der 22-jährigen Bernerin über ihre Erwartungen an die Arbeitwelt gesprochen.

employerbranding-blog.ch: Worauf freust du dich am meisten im Hinblick auf deinen Eintritt in den Arbeitsmarkt und was bereitet dir am meisten Sorgen?
Neda Golafchan: Am meisten freue ich mich darauf, das gelernte Wissen in die Praxis umzusetzen, die Berufswelt kennenzulernen und ein geregeltes Einkommen zu haben. Sorgen bereitet mir die Unsicherheit darüber, was mich genau erwarten wird: Bin ich wirklich genügend auf die Berufswelt vorbereitet? Kann ich mit der Verantwortung umgehen, die mir zugetragen wird? Werde ich eine meinen Qualifikationen entsprechenden Stelle finden?

Welches sind für dich die wichtigsten Faktoren bei der Wahl eines Arbeitgebers?
Ein besonderes Anliegen ist mir, unter einer guten Arbeitsplatzatmosphäre zu arbeiten. Die Kernwerte meines künftigen Arbeitgebers sollten mit meinen persönlichen übereinstimmen. Ich möchte also für ein Unternehmen arbeiten, hinter dem ich voll und ganz stehen kann und Tätigkeiten ausüben, die sinnstiftend sind. Auch ist es mir sehr wichtig, in einem abwechslungsreichen und herausfordernden Arbeitsfeld tätig zu sein. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass mein künftiger Arbeitgeber mich fördert, mir also die Möglichkeit bietet, Weiterbildungen zu absolvieren und meine Karriere voranzutreiben. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit Home-Office zu machen gehören für mich zur Selbstverständlichkeit.

Welches sind Faktoren, die einen Arbeitgeber für dich unattraktiv machen?
Ein Arbeitgeber ist für mich unattraktiv, wenn ich weder hinter dessen Organisation noch seiner Tätigkeit stehen kann oder wenn er mir Aufgaben zuteilt, die nicht meinen Qualifikationen entsprechen. Ich bin mir gewohnt, sehr selbstständig zu arbeiten. Ein Arbeitgeber, der auf eine Vertrauenskultur verzichtet und stattdessen seine Mitarbeitenden stetig kontrolliert, empfinde ich ebenso als unattraktiv – nicht zuletzt weil sich eine Kontrollkultur auch schlecht auf die Arbeitsplatzatmosphäre auswirkt, die mir ein besonderes Anliegen ist.

Werdet ihr von der Uni aus auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt und im Umgang mit potenziellen Arbeitgebern vorbereitet?
Abgesehen von den «Career Days» und den Info-Unterlagen sowie vereinzelten Tipps zu Bewerbungen kaum. Uns wird zwar aufgezeigt, welche vielfältigen Möglichkeiten wir haben, auf den Arbeitsmarkteintritt oder auf den Umgang mit Arbeitgebern werden wir von der Uni selbst jedoch kaum vorbereitet. Uni-Studenten erwarten dies aber auch nicht von einer Einrichtung, in der es primär um Wissenschaft und Forschung geht. Die meisten Studenten, wie übrigens ich selbst, sind aufgrund unserer Praktika- und Nebenjob-Erfahrungen schon mal mit dem Arbeitsmarkt in Berührung gekommen und entsprechend vorbereitet.

Wie bist du als (baldige) Absolventin bislang mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt gekommen?
Hauptsächlich durch eigene Recherchen. Aber auch wenn ich nicht aktiv suche, werde ich immer wieder auf Stellenangebote aufmerksam – insbesondere über Kanäle der sozialen Medien, wie beispielsweise Xing und LinkedIn. Aber auch Facebook wird von Arbeitgebern genutzt, um sich bei uns bekannt zu machen. So werden zum Beispiel in Facebookgruppen meines Studiengangs regelmässig Stellenangebote gepostet und diese sehe ich dann jeweils nebenbei in meinem Newsfeed. An der Uni finden auch regelmässig «Career Days» statt, an denen sich potenzielle Arbeitgeber an Ständen in der Eingangshalle vorstellen. Ergänzend werden laufend Kataloge aufgelegt und Tipps für Bewerbungen abgegeben, die meiner Meinung nach sehr hilfreich sind.

 

Neda Golafchan studiert an der Universität Fribourg Medien- und Kommunikationswissenschaften im Hauptfach und BWL sowie Sozialanthropologie in den Nebenfächern. Derzeit absolviert sie ein Praktikum bei einer Bernern Kommunikationsagentur. Ihren BA-Abschluss wird sie voraussichtlich im Sommer 2014 machen und danach dauerhaft in das Berufsleben einsteigen.

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